Ein Brief an die Gemeinde: Ein Knecht Christi schreibt:

Galater 1,6-7: „Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium, obwohl es doch kein andres gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren.“

Ihr Getreuen des Herrn! Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Ich muss nun mit euch über eine Sache reden, die mir schwer auf dem Herzen liegt und die ich nicht länger verschweigen darf. Es sind ernste Worte, die ich an euch richte, doch sie entspringen nicht dem Zorn, sondern der Liebe eines Hirten, der seine Herde vor Gefahr warnen muss. Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Galater: „Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium, obwohl es doch kein andres gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren“ (Galater 1,6-7).

Diese Worte sind nicht nur an die Galater gerichtet. Sie gelten für alle Zeiten, für jede Generation von Christen, auch für uns heute. Der Heilige Apostel Paulus spricht hier von einer Gefahr, die größer ist als alle äußeren Verfolgungen, größer als alle Anfechtungen von außen. Es ist die Gefahr, das reine Evangelium zu verlieren, es zu verfälschen, es durch ein anderes zu ersetzen, das den Namen Evangelium trägt, aber keines ist.

Der Apostel Paulus sagt: „Mich wundert.“ Diese Worte drücken mehr aus als bloße Überraschung. Sie drücken Bestürzung aus, Erschütterung, ja sogar Entsetzen. Der Apostel kann es kaum fassen, dass die Galater, die das Evangelium der Gnade gehört und angenommen haben, sich nun so schnell davon abwenden. Er hatte ihnen das Evangelium verkündigt, das reine, echte Evangelium, sie hatten es im Glauben ergriffen, sie hatten die Freiheit in Christus erfahren. Und nun, nach so kurzer Zeit, lassen sie sich wieder in die Knechtschaft zurückführen.

Dies geschieht nicht durch offene Leugnung des Glaubens. Die Galater haben nicht gesagt: Wir wollen nichts mehr von Christus wissen. Nein, sie sind subtiler verführt worden. Man hat ihnen gesagt, dass der Glaube an Christus zwar gut und wichtig sei, aber nicht ausreiche. Man müsse noch etwas hinzufügen, noch etwas tun, um wirklich gerettet zu sein. Man müsse die Beschneidung empfangen, man müsse das Gesetz halten, man müsse bestimmte Riten und Gebräuche befolgen. Nur so, so sagten die Irrlehrer, könne man vollkommen sein vor Gott.

Dies klingt auf den ersten Blick nicht so schlimm. Es klingt sogar fromm und eifrig. Doch Paulus erkennt sofort, was hier geschieht: Das Evangelium wird verkehrt. Die Gnade wird durch Werke ersetzt. Christus allein genügt nicht mehr. Und damit ist das Evangelium zerstört, denn ein Evangelium, das nicht allein auf Christus gründet, ist kein Evangelium mehr.

Der Apostel sagt unmissverständlich: Es gibt kein anderes Evangelium. Es gibt nur ein Evangelium, und das ist die Botschaft von der freien Gnade Gottes in Jesus Christus. „Denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden“ (Apostelgeschichte 4,12). Alles, was diesem einen Evangelium etwas hinzufügen oder wegnehmen will, ist kein Evangelium mehr, sondern eine Verkehrung, eine Verdrehung, eine Lüge.

Die Irrlehre tritt oft in verblüffend christlichem, ja sogar biblischem Gewand auf. Sie will selbstverständlich ebenfalls das Heil anbieten. Häufig lässt sie das Evangelium von Jesus Christus durchaus gelten und tarnt sich unter dem Deckmantel eines weiteren, zusätzlichen Evangeliums.

Wir müssen dies heute genauso ernst nehmen wie die Galater damals. Auch in unserer Zeit gibt es viele, die das Evangelium verkehren wollen. Sie tun es auf verschiedene Weise, aber das Ergebnis ist immer dasselbe: Christus allein genügt nicht mehr. Die Gnade allein genügt nicht mehr. Der Glaube allein genügt nicht mehr. Immer wird etwas hinzugefügt, immer wird eine Bedingung gestellt, immer wird eine Forderung erhoben.

Doch ebenso gefährlich wie das Hinzufügen ist das Wegnehmen. Auch das geschieht heute mit frommem Anstrich und unter dem Vorwand der „Zeitgemäßheit“. Man meint, das Evangelium müsse sprachlich entschärft, kulturell geglättet, gesellschaftlich kompatibel gemacht werden. Man genderiert, als könne man Gottes Offenbarung durch sprachliche Kunstgriffe gerechter machen. Man passt Begriffe an, streicht Worte, verschweigt Wahrheiten – und nennt es Sensibilität, Fortschritt oder Inklusion. Doch in Wahrheit nimmt man dem Evangelium seine Schärfe, seine Klarheit, seine Kraft. Denn wo Gottes Wort verändert wird, verliert es nicht nur an Form, sondern an Wahrheit. Und ein Evangelium, dem man etwas hinzufügt oder von dem man etwas wegnimmt, ist nicht mehr das Evangelium Jesu Christi.

Manche sagen: Ja, der Glaube ist wichtig, aber du musst auch gute Werke tun, sonst bist du nicht wirklich gerettet. Sie übersehen dabei, dass gute Werke die Frucht des Glaubens sind, nicht seine Wurzel. „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen“ (Epheser 2,8-10). Die Werke kommen nach der Errettung, nicht vor ihr. Sie sind die Folge, nicht die Ursache.

Andere sagen: Du musst eine bestimmte Erfahrung gemacht haben, du musst auf eine bestimmte Weise zum Glauben gekommen sein, du musst bestimmte geistliche Gaben haben, sonst bist du kein echter Christ. Sie machen aus dem Glauben ein Werk, aus der Gnade eine Leistung. Doch das Evangelium sagt: „So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind“ (Römer 8,1). Nicht unsere Erfahrungen retten uns, sondern Christus. Nicht unsere Gefühle sind der Grund unserer Gewissheit, sondern das Wort Gottes.

Wieder andere sagen: Du musst dich von bestimmten Dingen fernhalten, du musst bestimmte Regeln befolgen, du musst ein bestimmtes Maß an Heiligkeit erreichen, sonst kannst du nicht sicher sein, gerettet zu sein. Sie laden auf die Gewissen der Menschen Lasten, die weder sie noch ihre Väter tragen konnten. Sie verwandeln die Freiheit in Christus in eine neue Knechtschaft. Doch Christus sagt: „So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei“ (Johannes 8,36).

Paulus nennt diese Menschen beim Namen: „…nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren.“ Sie sind Verwirrer, Verführer, Irrlehrer. Ihre Lehre mag fromm klingen, sie mögen aufrichtig überzeugt sein von dem, was sie sagen, aber sie verkehren das Evangelium. Sie nehmen den Menschen den festen Grund unter den Füßen weg und lassen sie auf schwankendem Boden stehen.

Gott hat uns berufen „in die Gnade Jesu Christi“. Damit ist der Herrschaftswechsel geschehen. „Die Gnade Jesu Christi“ – das ist der Machtbereich, den seine Heilstat am Kreuz mitten in dieser Welt eröffnet hat. Und wenn wir uns davon abwenden, dann heißt das ganz scharf: Wir verlassen den Herrschaftsbereich des Christus und geraten zurück in die alte Gefangenschaft. Denn die Irrlehre ist nicht nur eine Verbiegung unseres Denkens oder unseres Verstehens, sondern sie bringt uns in die Gefahr, wieder in die Knechtschaft des Herrn dieser Welt zurückgeführt zu werden.

Das Tragische ist, dass solche Verführung oft von Menschen ausgeht, die sich selbst für besonders fromm halten. Sie meinen es vielleicht sogar gut. Sie wollen die Menschen zu einem ernsthafteren Christsein führen, zu einem tieferen Glauben, zu einem heiligeren Leben. Doch indem sie Christus allein nicht genügen lassen, rauben sie den Menschen gerade das, was sie ihnen geben wollen: Gewissheit, Frieden, Freude.

Darum müssen wir wachsam sein, liebe Geschwister! Wir müssen prüfen, was uns gelehrt wird. Wir dürfen nicht jedem Geist glauben, „sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt“ (1. Johannes 4,1). Der Maßstab dieser Prüfung ist das Wort Gottes, die Heilige Schrift. Was mit ihr übereinstimmt, das nehmen wir an. Was ihr widerspricht, das verwerfen wir, und sei es noch so fromm, so heilige, so christlich und einleuchtend.

Die Reformatoren haben diesen Kampf um das reine Evangelium mit größter Ernsthaftigkeit geführt. Unser Mitbruder Martin Luther hat erkannt, dass die Kirche seiner Zeit das Evangelium verkehrt hatte. Man lehrte, dass der Mensch durch seine Werke, durch Bußleistungen, durch Ablässe, durch religiöse Übungen zur Seligkeit gelangen könne. Man lehrte, dass die Gnade zwar notwendig sei, aber nicht ausreiche. Der Mensch müsse mitwirken, müsse seinen Teil beitragen.

Gegen diese Verkehrung hat Luther das Evangelium der freien Gnade wiederentdeckt. Er hat erkannt, dass wir allein aus Gnade, allein durch Glauben, allein um Christi willen gerettet werden. Nichts von uns, alles von Gott. Nichts aus unserer Kraft, alles aus seiner Barmherzigkeit. „So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben“ (Römer 3,28).

Diese Erkenntnis hat Martin Luther nicht aus eigenem Nachdenken gewonnen, sondern aus der Heiligen Schrift. Er hat die Bibel gelesen, und die Bibel hat zu ihm geredet. Er hat Paulus verstanden, und durch Paulus hat er Christus verstanden. Dies ist der Weg, den auch wir gehen müssen: zurück zur Heiligen Schrift, zurück zum reinen Wort Gottes, weg von allen menschlichen Zusätzen und Verdrehungen.

Die Verkehrung des Evangeliums hat immer dieselbe Wurzel: den Stolz des menschlichen Herzens. Wir wollen nicht völlig abhängig sein von der Gnade. Wir wollen etwas beitragen, wir wollen uns rühmen können, wir wollen uns unsere Seligkeit verdienen. Dies ist der alte Adam in uns, der nicht sterben will. Doch das Evangelium sagt uns: Du kannst nichts beitragen. Du bist ein verlorener Sünder. Deine Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. „Denn es steht geschrieben: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig sei; es ist keiner, der nach Gott frage“ (Römer 3,10-11).

Dies ist eine harte Botschaft für unser Fleisch. Doch sie ist zugleich die herrlichste Botschaft, die es gibt. Denn wenn wir nichts beitragen können, dann ruht unsere Rettung nicht auf uns, sondern allein auf Christus. Dann müssen wir nicht bangen, ob wir genug getan haben. Dann müssen wir nicht zweifeln, ob unsere Werke ausreichen. Dann können wir ruhen in dem vollbrachten Werk Christi, der gesagt hat: „Es ist vollbracht“ (Johannes 19,30).

Dies ist die Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. „So bestehet nun in der  Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen“ (Galater 5,1). Diese Freiheit bedeutet nicht, dass wir tun und lassen können, was wir wollen. Sie bedeutet, dass wir frei sind von der Verdammnis des Gesetzes, frei von der Angst vor Gottes Zorn, frei von der Notwendigkeit, uns selbst zu rechtfertigen. Diese Freiheit macht uns frei, Gott zu dienen nicht aus Zwang, sondern aus Liebe, nicht aus Furcht vor Strafe, sondern aus Dankbarkeit für die empfangene Gnade.

Geliebte Geschwister, ich ermahne euch daher: Haltet fest am reinen Evangelium. Lasst euch nicht verwirren von denen, die euch sagen, Christus allein genüge nicht. Lasst euch nicht verführen von frommen Reden, die im Kern das Evangelium verkehren. Prüfet alles an der Heiligen Schrift. Fragt nicht: Klingt das gut? Fragt nicht: Gefällt mir das? Fragt: Stimmt das mit dem Wort Gottes überein? Ist es Gottes Wille?

Wenn euch jemand predigt, dass ihr etwas zu eurer Rettung beitragen müsst, dann weist ihn zurück, mit aller Härte, mit aller Deutlichkeit! Wenn euch jemand sagt, dass der Glaube allein nicht ausreiche, dann hört nicht auf ihn. Wenn euch jemand Lasten auflegt, die Christus euch abgenommen hat, dann lasst euch nicht wieder in die Knechtschaft führen. Bleibt bei dem, was euch von Anfang an gelehrt worden ist: Christus allein, Gnade allein, Glaube allein, Schrift allein.

Doch ich weiß auch, dass dies nicht leicht ist. Die Verführung ist oft subtil. Die Irrlehrer kommen nicht mit offener Leugnung, sondern mit scheinbar frommen Worten. Sie sagen nicht: Christus ist nicht wichtig. Sie sagen: Christus ist wichtig, aber es braucht noch mehr. Sie nehmen nicht alles weg, sie fügen nur etwas hinzu. Doch dieses Hinzufügen zerstört das Ganze, wie ein Tropfen Gift das ganze Wasser verdirbt.

Darum seid wachsam. „Hütet euch vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7,15-16). Seht nicht nur auf die Worte, seht auf die Frucht. Führt eine Lehre zu Christus hin oder von ihm weg? Macht sie uns abhängiger von der Gnade oder abhängiger von unseren Werken? Gibt sie uns Gewissheit oder nimmt sie uns die Gewissheit? Tröstet sie das angefochtene Gewissen oder beschwert sie es mit neuen Lasten?

Ich sage euch dies nicht, um euch ängstlich zu machen. Ich sage es euch, damit ihr gegründet seid in der Wahrheit und nicht hin und her geworfen werdet von jedem Wind der Lehre. „Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht; im Verstehen aber seid vollkommen“ (1. Korinther 14,20). Wir sollen nicht naiv sein, nicht leichtgläubig, sondern geprüft und gefestigt im Glauben.

Zugleich ermahne ich euch erneut und mit aller Dringlichkeit: Haltet fest an der apostolischen Lehre. „So lasset nun, liebe Brüder, euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens“ (Epheser 5,6). Was die Apostel gelehrt haben, das ist uns als Norm und Richtschnur gegeben. Wir haben kein Recht, davon abzuweichen, weder nach rechts noch nach links.

Die apostolische Lehre ist einfach und klar: Wir sind Sünder, verloren und verdammt. Christus ist für uns gestorben und auferstanden. Wer an ihn glaubt, hat das ewige Leben. Dieser Glaube ist Gottes Gabe, nicht unser Werk. Aus diesem Glauben folgen gute Werke, nicht um gerettet zu werden, sondern weil wir gerettet sind. Dies ist das Evangelium, rein und lauter, wie es die Apostel verkündigt haben.

Jede Abweichung von dieser Lehre ist gefährlich. Der Heilige Apostel Paulus sagt es so scharf, dass wir erschrecken: „Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht“ (Galater 1,8). Nicht einmal ein Engel darf das Evangelium ändern. Wie viel weniger ein Mensch! Das Evangelium ist unantastbar, heilig, unveränderlich. Es kommt von Gott, nicht von Menschen. Darum steht es nicht in unserer Macht, es nach unserem Gutdünken zu verändern.

Dies bedeutet auch, dass wir als Prediger und Lehrer eine große Verantwortung tragen. Wir dürfen nicht nach dem Mund der Menschen reden. Wir dürfen nicht lehren, was gefällt, sondern was wahr ist. „Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht“ (Galater 1,10). Der Prediger, der das Evangelium verkehrt, um den Menschen zu gefallen, ist kein Diener Christi, sondern ein Verräter, denn er ist ein teuflischer Verführer!

Geliebte, ich weiß, dass diese Worte hart klingen. Ich weiß, dass sie manchen von euch beunruhigen mögen. Doch ich sage sie euch aus Liebe, nicht aus Härte. Ich will nicht, dass ihr verführt werdet. Ich will nicht, dass ihr die Freiheit verliert, die Christus euch erworben hat. Ich will nicht, dass ihr wieder unter das Joch der Knechtschaft kommt.

Darum haltet fest am Evangelium. Lasst euch nicht beirren, lasst euch nicht verwirren, lasst euch nicht verführen. Bleibt gegründet auf dem Fels, der Christus ist. „Denn einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1. Korinther 3,11).

Und wenn ihr angefochten werdet, wenn Zweifel kommen, wenn ihr unsicher werdet, dann geht zurück zum Wort. Lest die Heilige Schrift. Hört auf das, was Gott sagt, nicht auf das, was Menschen meinen. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Hebräer 4,12).

In diesem Wort werdet ihr Christus finden, und in Christus werdet ihr alles finden, was ihr braucht. Er ist eure Gerechtigkeit, eure Heiligung, eure Erlösung. „Welcher um unsrer Sünden willen dahingegeben ist und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt“ (Römer 4,25). In ihm habt ihr alles, außer ihm habt ihr nichts.

Der Herr selbst bewahre euch in der Wahrheit seines Evangeliums. Er stärke euren Glauben, er festige eure Hoffnung, er entzünde eure Liebe. Er gebe euch Unterscheidungsvermögen, dass ihr erkennet, was Wahrheit ist und was Irrtum. Er mache euch stark in seiner Kraft und gewiss in seiner Gnade.

Der Friede unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen.

Der Herr segne und bewahre euch in seiner Wahrheit.
Euer Diener am Evangelium Jesu Christi

Pater Berndtlutheraner