Fremd und doch verpflichtet: Gottes Sicht auf Zugezogene!

Ein Brief an die Gemeinde: Ein Knecht Christi schreibt:

Ihr Getreuen des Herrn! Ich grüße mit dem Ruf des Heiligen Apostels Paulus: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“

In Zeiten großer Unruhe und vieler Stimmen, die nach Gehör verlangen, will ich euch als euer Hirte und als Diener Jesu Christi an das erinnern, was unverrückbar ist und was allein unsere Schritte leiten darf: das heilige Wort Gottes. Die Frage, wie wir mit Fremden umgehen sollen, die in unser Land kommen, bewegt viele Herzen. Doch wir dürfen nicht nach eigenem Gutdünken urteilen, nicht nach Gefühl oder nach dem Zeitgeist. Wir sind zur Schrift gerufen. Allein sie zeigt uns den Weg.

Wir folgen keiner Partei, die mit großen Worten und lauten Parolen vorgibt, das christliche Abendland retten zu wollen, und doch in ihrem Herzen nicht nach dem Geist Christi fragt.

Wir lassen uns nicht vereinnahmen von politischen Bewegungen, die den Namen Gottes nur als Banner benutzen, um eigene Ziele zu verfolgen.

Unser Maßstab ist nicht die Ideologie der Menschen, sondern die Wahrheit des lebendigen Gottes. Und darum prüfen wir alles an der Heiligen Schrift, die uns lehrt, was recht ist, und die uns bewahrt vor falschen Hoffnungen und vor jenen Stimmen, die Heil versprechen, aber nicht vom Kreuz her sprechen.

So dürfen wir bei all den Fragen, die unsere Zeit bewegen, nicht vergessen, dass derselbe Gott, der uns zur Treue gegenüber Seinem Wort ruft, auch den Fremden unter Seinen Schutz stellt und uns lehrt, ihn mit jener Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu behandeln, die aus Seinem heiligen Gesetz hervorgeht.

Gott selbst hat in Seinem Gesetz unmissverständlich geboten: „Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen“ (2.Mose 22,21). Und wiederum: „Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid“ (2.Mose 23,9).

Dies ist kein bloßes menschliches Gebot. Es ist Gottes Stimme, die durch die Jahrhunderte zu uns spricht. Der Herr erinnert Sein Volk daran, dass es selbst einst heimatlos war, fremd und unterdrückt. Wer unter Gottes Bund lebt, darf den Schwachen nicht verachten. Der Fremde, der keine Stimme hat, der schutzlos ist, steht unter Gottes besonderem Augenmerk.

Doch ebenso klar ist: Gottes Barmherzigkeit hebt Seine Ordnung nicht auf. Der Schutz, den der Herr gebietet, gilt jenen, die bereit sind, sich dem Recht des Landes zu unterstellen, so wie Israel selbst sich den Geboten Gottes unterstellen musste. Wer in ein fremdes Land kommt, soll nicht Unruhe säen, sondern Frieden suchen; nicht Gewalt bringen, sondern sich der bestehenden Ordnung fügen.

Darum dürfen und müssen wir diejenigen abweisen, die das Gute verachten, die das Recht mit Füßen treten, die Gewalt verbreiten und das Land in Furcht versetzen. Denn Gottes Gebot schützt den Fremden; aber es schützt ebenso die Gemeinde, die Er sich erwählt hat, und es ruft uns dazu, das Böse nicht zu dulden, sondern zu widerstehen, damit Recht und Frieden im Land bleiben.

Geliebte im Herrn! Wir Christen sind gehalten, dieses Wort ernst zu nehmen. Nicht aus politischer Überlegung, nicht aus sentimentaler Menschenfreundlichkeit, sondern aus Gehorsam. Gott ist gerecht, und Seine Gerechtigkeit gilt auch dem Fremden. Wer ihn unterdrückt, der versündigt sich an Gott selbst.

Doch ebenso gilt das Umgekehrte: Wer als Fremder in das Land kommt und die Ordnung verachtet, die Gott gesetzt hat, der stellt sich selbst außerhalb des Schutzes, den der Herr gebietet. Denn Gottes Gerechtigkeit ist nicht blind gegenüber dem Bösen, und Seine Barmherzigkeit duldet nicht die Verachtung des Rechts.

So wie der Einheimische dem Gesetz verpflichtet ist, so ist es auch der Fremde; und wer sich weigert, das Gute zu suchen, wer Unfrieden stiftet, Gewalt übt oder das Recht mit Füßen tritt, der widerspricht nicht nur der menschlichen Ordnung, sondern dem heiligen Willen Gottes.

Darum ist es kein Mangel an Liebe, sondern ein Akt der Treue, wenn wir das Böse abweisen, damit das Gute bewahrt bleibt und der Friede Gottes unter uns wohnen kann.

Und so führt uns das Wort des Herrn unweigerlich zu jener heiligen Wahrheit, dass Sein Recht allen gleichermaßen gilt, ohne Ansehen der Person, ohne Bevorzugung und ohne Ausnahme, weil Gott selbst der Richter ist, der Einheimische wie Fremde unter dieselbe heilige Ordnung stellt.

Doch die Heilige Schrift lehrt uns ebenso klar, dass der Fremde nicht außerhalb der Ordnung Gottes steht. Er ist nicht befreit von den Geboten. Er lebt unter demselben Gesetz wie das Volk Gottes. Dies ist keine Härte, sondern Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes, die keine Unterschiede kennt.

Die Heilige Schrift bezeugt: „Einerlei Recht soll gelten für den Einheimischen und für den Fremdling, der unter euch wohnt“ (2.Mose 12,49). Gott macht keinen Unterschied. Sein Gesetz gilt allen. Der Fremde darf nicht bevorzugt werden, aber auch nicht benachteiligt. Er steht unter derselben Verantwortung wie jeder andere.

Und selbst unser Grundgesetz, so sehr es ein Werk menschlicher Vernunft ist, bekennt an dieser Stelle etwas von der göttlichen Ordnung, wenn es in Artikel 3 Absatz 1 sagt: Vor dem Gesetz sind alle gleich. Dieser Satz trägt – ohne es auszusprechen – den Ernst jener Gerechtigkeit in sich, die Gott über alle Menschen stellt, ob Einheimische oder Fremde, ob Mächtige oder Schwache.

Diese Wahrheit ist nicht bloß ein juristischer Satz, sondern ein Echo jener Gerechtigkeit, die von Gottes Thron ausgeht. Darum dürfen wir weder Sonderrechte gewähren noch Ungerechtigkeit dulden; weder den Fremden über das Recht erheben noch ihn unter das Recht drücken.

Wo Gottes Ordnung gilt, da gilt sie für alle, und jeder, der im Land lebt, steht unter derselben heiligen Verpflichtung, das Gute zu suchen, das Böse zu meiden und die Ordnung zu achten, die Gott gesetzt hat. Denn nur dort, wo Recht und Gerechtigkeit ungeteilt herrschen, kann der Friede Gottes unter uns wohnen.

So führt uns das Wort des Herrn weiter hinein in jene Ordnung, die Er selbst gesetzt hat, und die nicht nur Israel, sondern auch den Fremden umfasst, damit sichtbar werde, dass Gottes Gebote nicht willkürlich sind, sondern Ausdruck Seiner heiligen Weisheit und Seines guten Willens für alle, die unter Seinem Namen leben.

Der Sabbat, den Gott geheiligt hat, gilt auch für den Fremden: „Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt“ (2.Mose 20,10).

Gott fordert Unterwerfung unter Seine Ordnung. Nicht aus Willkür, sondern weil Seine Ordnung Leben schafft.

Und so gilt auch im Irdischen, dass derjenige, der in ein Land kommt, das ihm Schutz gewährt, sich den Gesetzen dieses Landes beugen muss. Es ist ein Akt der Dankbarkeit und der Demut, die Rechtsordnung zu achten, die Kultur zu respektieren und die Religion nicht zu verhöhnen, unter deren Schutz man Zuflucht gefunden hat.

Denn wer Aufnahme sucht, darf nicht zugleich das Fundament zerstören wollen, das ihn trägt. Gottes Gebot ruft uns dazu, den Fremden zu schützen; doch ebenso ruft es den Fremden dazu, das Gute zu ehren, das Recht zu achten und den Frieden zu suchen, damit das Land nicht unter die Last der Gesetzlosigkeit gerät, sondern unter dem Segen Gottes bestehen kann.

So zeigt uns das Wort des Herrn ein weiteres Mal, dass Seine Gebote nicht nur für das Volk Israel galten, sondern ebenso für jeden, der unter ihrem Schutz lebte, damit offenbar werde, dass niemand sich der heiligen Ordnung Gottes entziehen kann, ganz gleich, ob er im Land geboren ist oder als Fremder darin wohnt.

Auch die Opfergesetze galten für den Fremden: „Und sage zu ihnen: Wer aus dem Hause Israel oder von den Fremdlingen unter euch ein Brandopfer oder Schlachtopfer darbringt und bringt’s nicht vor die Tür der Stiftshütte, dass er’s dem HERRN opfere, der soll ausgerottet werden aus seinem Volk“ (3.Mose 17,8–9). Wer im Lande Gottes lebt, steht unter Gottes Gesetz. Es gibt keine Sonderrechte, keine Ausnahmen.

Und wenn einer am Passa teilhaben wollte, so war ihm dies nur unter einer Bedingung möglich: „Wenn aber ein Fremdling bei dir wohnt und dem HERRN das Passa feiern will, so soll alles, was männlich ist bei ihm, beschnitten werden, und dann trete er hinzu, dass er’s feiere, und sei wie ein Einheimischer des Landes. Aber kein Unbeschnittener soll davon essen“ (2.Mose 12,48). Wer an den Segnungen teilhaben will, der muss sich auch den Geboten unterwerfen.

So erkennen wir in all diesen Zeugnissen, dass Gottes Ordnung niemanden ausnimmt und niemanden bevorzugt, sondern jeden unter dieselbe heilige Verantwortung stellt, sodass sichtbar wird, was Sein Wille von Anfang an war: gleiches Recht und gleiche Pflicht für alle, die unter Seinem Schutz leben.

Dies ist eine Wahrheit, liebe Geschwister, die heute oft übersehen wird: Wo Schutz gewährt wird, da muss auch Ordnung geachtet werden. Wo jemand Aufnahme findet, da muss er sich auch einfügen. Gott ist nicht nur barmherzig, Er ist auch heilig. Seine Barmherzigkeit hebt Sein Gesetz nicht auf. Im Gegenteil: Sie fordert Gehorsam.

Das Volk Gottes war gehalten, gerecht zu richten: „Ich gebot euren Richtern zu jener Zeit und sprach: Verhört eure Brüder und richtet recht zwischen jedem Mann und seinem Bruder und dem Fremdling bei ihm“ (5.Mose 1,16). Gleiches Recht für alle. Nicht Bevorzugung, nicht Verachtung. Gerechtigkeit.

Und diese Gerechtigkeit bedeutet auch: Wer sich den Gesetzen des Landes nicht fügt, wer sich der Ordnung verweigert, der kann nicht erwarten, dass er ohne Folgen bleibt. Gottes Ordnung ist nicht verhandelbar.

Doch sehen wir heute oft das Gegenteil: Die Maßstäbe werden verwischt, die Grenzen der Verantwortung aufgeweicht. Man scheut sich, Recht anzuwenden, aus einer falsch verstandenen Toleranz, die mehr dem Zeitgeist dient als der Wahrheit. Man zögert, juristische Konsequenzen zu ziehen, wo sie notwendig wären, und gewährt Sonderwege, wo Gottes Wort Klarheit fordert.

Man öffnet die Grenzen weit, ohne zu prüfen, wer eintritt – ob der Fremdling den Frieden sucht oder das Unheil bringt – und nennt es Menschlichkeit, obwohl es in Wahrheit die Gerechtigkeit untergräbt, die Gott geboten hat. So entsteht eine Ordnung, die nicht mehr schützt, sondern verunsichert; eine Barmherzigkeit, die nicht heilt, sondern verletzt; ein Umgang mit dem Fremden, der weder ihm noch dem Land dient, weil er nicht mehr an Gottes heiligem Maßstab gemessen wird.

So drängt uns das Zeugnis der Heiligen Schrift weiter zu einer Frage, die unsere Zeit mit besonderer Schärfe stellt: Wie sollen wir handeln gegenüber jenen Fremden, die das Recht missachten, die sich der Ordnung verweigern oder ohne rechtmäßigen Aufenthalt im Land leben? Dürfen solche, die Unheil stiften oder sich dem Gesetz entziehen, in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden – und was fordert Gottes Gerechtigkeit in solchen Fällen?

Wer die Heilige Schrift kennt, weiß: Gottes Ordnung ist niemals blind. Sie ist barmherzig, aber nicht beliebig; sie ist gnädig, aber nicht gleichgültig gegenüber dem Bösen. Der Herr gebietet, den Fremden zu schützen, doch Er gebietet ebenso, das Recht zu wahren. Beides gehört untrennbar zusammen. Wo das Recht zerbricht, da zerbricht auch der Schutz. Wo die Ordnung verwischt wird, da wird auch die Barmherzigkeit zur leeren Hülle.

Darum lehrt uns die Heilige Schrift, dass der Fremde, der im Land lebt, unter denselben Geboten steht wie der Einheimische. Er darf nicht unterdrückt werden, aber er darf auch nicht über das Recht erhoben werden. Er soll geschützt werden, aber er soll sich auch der Ordnung fügen, die ihm Schutz gewährt. Wer aber das Recht verachtet, wer Gewalt übt, wer sich dem Gesetz entzieht oder ohne rechtmäßigen Aufenthalt im Land bleibt, der stellt sich selbst außerhalb jener Ordnung, die Gott gesetzt hat. Und wo jemand sich außerhalb der Ordnung stellt, da kann er nicht erwarten, dass die Folgen ausbleiben.

Es ist darum kein Akt der Lieblosigkeit, sondern ein Akt der Gerechtigkeit, wenn ein Land diejenigen zurückführt, die das Recht missachten oder keinen rechtmäßigen Aufenthalt besitzen. Denn ein Land, das Schutz gewährt, hat auch die Pflicht, seine Ordnung zu bewahren. Und ein Fremder, der Aufnahme sucht, hat die Pflicht, diese Ordnung zu achten. Wo dies nicht geschieht, da darf ein Staat handeln, nicht aus Rachsucht, sondern aus Verantwortung.

Doch die Wirklichkeit unserer Tage zeigt uns ein anderes Bild: Die Unterscheidungskraft schwindet, und mit ihr die Bereitschaft, Recht und Ordnung mit der nötigen Klarheit zu wahren. Man fürchtet, Grenzen zu ziehen, weil man nicht als hart gelten will, und übersieht dabei, dass wahre Barmherzigkeit niemals die Wahrheit opfert.

So entsteht eine Haltung, die das Unrecht entschuldigt, statt es zu benennen, und die Verantwortung verschiebt, statt sie zu tragen. Man spricht viel von Offenheit, aber wenig von Prüfung; viel von Toleranz, aber kaum von Gerechtigkeit. Dadurch geraten nicht nur die Schwachen in Gefahr, sondern auch jene, die guten Willens kommen und auf eine verlässliche Ordnung angewiesen sind.

Wo das Recht nicht mehr klar angewandt wird, da verliert das Land seine innere Festigkeit, und die Menschen verlieren das Vertrauen in die Gerechtigkeit, die Gott selbst geboten hat.

Darum brauchen wir eine Rückkehr zu jener nüchternen Wahrheit, die Gottes Wort uns vor Augen stellt: dass wahre Barmherzigkeit niemals ohne Ordnung bestehen kann und wahre Ordnung niemals ohne Barmherzigkeit. Beides ist untrennbar miteinander verwoben, wie Licht und Wärme in derselben Sonne.

Wer in einem Land lebt, stellt sich damit auch unter dessen Recht, so wie Israel sich unter Gottes Gebote stellte, als es in Sein Land einzog. Und wer dieses Recht missachtet, der trägt die Verantwortung für die Folgen, die daraus erwachsen.

Ein Staat, der in solcher Klarheit handelt, widerspricht nicht dem Willen Gottes, sondern erfüllt jene Aufgabe, die ihm von Gott selbst gegeben ist: das Gute zu schützen, das Böse zu begrenzen und die Gemeinschaft vor der zerstörerischen Kraft der Gesetzlosigkeit zu bewahren. Nur dort, wo Recht und Gehorsam zusammenkommen, kann ein Land in Frieden bestehen und unter dem Segen Gottes bleiben.

Und so richtet sich unser Blick nun auf die Kirche selbst, die inmitten aller Verwirrung dieser Zeit berufen ist, ein Ort der Wahrheit und der Liebe zu sein, an dem Gottes Maßstäbe nicht verstummen und Seine Barmherzigkeit nicht verwässert wird, sondern beides in heiliger Einheit zusammenkommt.

Die Gemeinde Christi ist berufen, beides zu sein: ein Ort der Wahrheit und ein Ort der Liebe. Wir dürfen nicht die Wahrheit opfern um der Liebe willen, und wir dürfen nicht die Liebe verraten um der Wahrheit willen.

Und so wichtig die Religionsfreiheit in unserem Land ist, so sehr sie ein hohes Gut darstellt, das wir dankbar schützen, so entbindet sie die Kirche doch niemals von ihrer heiligen Pflicht, das Evangelium in seiner ganzen Wahrheit zu verkündigen.

Die Freiheit des Glaubens, liebe Geschwister, bedeutet nicht die Freiheit, die Botschaft zu verwässern. Sie bedeutet nicht, dass die Kirche schweigen darf, wo Gottes Wort spricht, oder sich zurückziehen darf, wo Christus bekennt werden muss. Vielmehr verpflichtet sie uns, gerade inmitten einer pluralen Gesellschaft das klare Zeugnis des Evangeliums zu geben, ohne Furcht, ohne Anpassung, ohne den Versuch, die Schärfe der Wahrheit durch menschliche Rücksicht zu mildern.

Denn die Kirche bleibt nur dann Kirche, wenn sie Christus treu bleibt, und sie bleibt Christus nur dann treu, wenn sie Sein Wort unverkürzt predigt und Seine Liebe unverkürzt lebt.

Wenn wir Fremde aufnehmen, dann nicht, weil es politisch opportun ist, nicht, weil es uns ein gutes Gefühl gibt, sondern weil Christus es uns gebietet. Doch wenn wir sie aufnehmen, dann müssen wir ihnen auch die Wahrheit sagen. Wir müssen ihnen das Evangelium verkündigen. Wir müssen ihnen sagen, dass es nur einen Weg zum Vater gibt: Jesus Christus (Johannes 14,6).

Wir sind nicht gerufen, eine Kultur zu bewahren. Wir sind gerufen, das Evangelium zu verkündigen. Doch das Evangelium schafft Ordnung. Es schafft keine Beliebigkeit, sondern Gehorsam. Es schafft keine Anarchie, sondern Liebe, die sich in Gerechtigkeit ausdrückt.

Denn wir dürfen nicht vergessen, liebe Geschwister, dass viele Fremdlinge in ein Land kommen, das seit Jahrhunderten vom christlichen Glauben geprägt ist, von einer Ordnung, die aus dem Evangelium heraus gewachsen ist und die das Zusammenleben trägt.

Wer hier Zuflucht findet, tritt damit auch in einen Raum ein, der von Gottes Geboten geformt wurde, und ist darum gerufen, sich in diese Ordnung einzufügen. Es ist ein Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit, die Kultur zu achten, die Gesetze zu ehren und den Frieden zu suchen, den dieses Land gewährt.

Und wo jemand dies nicht will oder nicht kann, wo er sich dauerhaft der Ordnung entzieht oder sie bewusst verletzt, da ist es kein Akt der Feindseligkeit, sondern der Verantwortung, wenn das Land ihn wieder dorthin zurückführt, wo er herkommt. Denn ein Gemeinwesen darf nicht zerbrechen, weil es die Ordnung preisgibt, die Gott ihm anvertraut hat. Die Liebe gebietet, den Schutzbedürftigen zu helfen; die Wahrheit gebietet, die Ordnung zu bewahren. Beides zusammen ist der Weg, den Gott uns weist.

Und so richtet sich unser Wort nun an jene, die in unserem Land Verantwortung tragen, an die Regierenden, denen Gott das Schwert der Ordnung anvertraut hat, damit sie nicht dem Zeitgeist dienen, sondern dem Recht, nicht der Menschenfurcht folgen, sondern der Wahrheit, und ihr Amt in der Furcht Gottes ausüben, zum Schutz der Schwachen und zur Begrenzung des Bösen.

Die Obrigkeit ist von Gott eingesetzt, um das Schwert zu führen (Römer 13,4): „Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.“

Sie hat die Aufgabe, das Recht zu schützen, die Bösen zu strafen und die Guten zu schützen. Sie ist nicht berufen, das Volk zu überfordern oder die Ordnung preiszugeben. Sie ist berufen, weise zu regieren.

Eine Regierung, die das Gesetz nicht mehr durchsetzt, die die Grenzen nicht mehr schützt, die das Volk nicht mehr achtet, versagt in ihrem Auftrag. Eine Regierung, die Fremde aufnimmt, aber keine Ordnung schafft, schadet beiden: den Einheimischen und den Fremden.

Wir als Christen dürfen die Obrigkeit nicht verachten. Doch wir dürfen auch nicht schweigen, wenn sie Gottes Ordnung missachtet. Wir schulden ihr Gehorsam, solange sie nicht von uns verlangt, gegen Gott zu handeln. Doch wir schulden ihr auch die Wahrheit.

Und nachdem wir den Regierenden ihr Wort gesagt haben, müssen wir nun auch uns selbst in den Blick nehmen, die Gemeinde des Herrn, die nicht Zuschauerin der Zeit ist, sondern berufen, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Denn bevor wir auf andere zeigen, ruft Christus uns, vor Seinem Angesicht zu stehen und zu prüfen, ob wir selbst in der Wahrheit wandeln und in der Liebe bleiben.

Ihr Lieben, lasst uns nicht in die Irre gehen. Weder nach rechts noch nach links. Weder in kalte Härte noch in sentimentale Schwärmerei. Lasst uns allein auf Gottes Wort schauen. Wir sind gerufen, den Fremden zu lieben. Nicht mit Worten, sondern mit Taten. Wir sollen ihm helfen, wo er Hilfe braucht. Wir sollen ihm das Evangelium verkündigen. Wir sollen ihm Christus zeigen.

Doch wir sind nicht gerufen, unsere Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Wir sind nicht gerufen, Unrecht zu dulden. Wir sind nicht gerufen, die Ordnung Gottes zu verraten.

Lasst uns barmherzig sein, aber nicht naiv. Lasst uns gerecht sein, aber nicht lieblos. Lasst uns Christus verkündigen, ohne Kompromisse.

Und so bleibt uns am Ende all unserer Überlegungen nur eines übrig: den Blick zu heben zu dem Maßstab, der über jedem menschlichen Urteil steht, über jeder Ordnung, über jeder Regierung und über jeder Gemeinde – zum Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, in dem Wahrheit und Liebe sich vollkommen begegnen und in dem Gott selbst zeigt, was Gerechtigkeit wirklich bedeutet.

Es ist der Maßstab für alles. Am Kreuz starb Christus für Sünder. Für Juden und Heiden. Für Einheimische und Fremde. Für euch und für mich. Am Kreuz offenbart sich Gottes Gerechtigkeit und Seine Barmherzigkeit.

Wer zu Christus kommt, der findet Vergebung. Wer zu Christus kommt, der wird ein neuer Mensch. Wer zu Christus kommt, der wird Teil Seines Volkes, das aus allen Völkern gesammelt ist. Lasst uns treu bleiben. Treu dem Wort. Treu dem Kreuz. Treu unserem Herrn. Der Friede unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen.

Euer Diener am Evangelium Jesu Christi

Pater Berndt, lutheraner